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„Schwarzarbeit: Nein, Danke!“

Das Präsidium vom Landesverband (von links): Bernd Kiefer, Johanna Röhl, Guido Wirtz und Dirk Kleis mit Gordon Schnieder (Mitte).

Trotz ernster Themen hatten die Delegierten auch Grund zum Lachen.

In Fachgruppen wurden die zahlreichen Themen vertieft. Fotos: Landesverband Friseure & Kosmetik Rheinland

Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland stärkt die Zukunft des Friseurhandwerks

AHRWEILER. Ende März fand im Hotel Rodderhof in Ahrweiler die Frühjahrstagung des Landesverbandes Friseure und Kosmetik Rheinland statt. Unter der Leitung des Landesinnungsmeisters Guido Wirtz kamen Delegierte aus den acht Innungen im Rheinland zusammen, um gemeinsam die Zukunft des Friseurhandwerks zu gestalten.

Ein zentrales Thema der Tagung war die Bekämpfung der Schwarzarbeit, die sich im Negativen als das am stärksten wachsende Segment im Friseurhandwerk erweist. „Mit einer geschätzten Dunkelziffer von mindestens 40 Prozent bedroht Schwarzarbeit die Existenz ehrlicher Unternehmen und führt zu einem erheblichen Preisdruck, Wettbewerbsverzerrungen und Unmut in der Branche“, beklagt Wirtz. Der Landesverband fordert daher von der Politik eine konsequente Verfolgung durch regelmäßige Kontrollen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Bundesfinanzministeriums. „Idealerweise erfolgt dies in Zusammenarbeit mit Gewerbeaufsicht und Handwerkskammer, um so umfassende Kontrollen auch in Bezug auf Handwerks- und Gewerberecht sicherzustellen“, weiß Verbandsgeschäftsführer Dirk Kleis. Des Weiteren fordert der Landesverband eine einheitliche Mehrwertsteuer auch für Kleinstbetriebe, um einen fairen Wettbewerb zu sichern und auch um so Schwarzarbeit zu bekämpfen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Stärkung der Ausbildung im Friseurhandwerk. Die Branche hat während der Corona-Pandemie viele qualifizierte Mitarbeiter verloren, und nur noch elf Prozent der Betriebe bilden aus. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde ein neuer Ausbildungstarifvertrag beschlossen, der eine schrittweise Erhöhung der Ausbildungsvergütung bis 2026 vorsieht. Die Ausbildungsvergütung von aktuell 660 Euro im ersten Lehrjahr und 877 Euro im dritten soll stufenweise bis 2026 auf 740 Euro beziehungsweise 1.000 Euro ansteigen. Zudem wird die Allgemeinverbindlichkeit angestrebt, um insgesamt eine bessere Entlohnung und Anerkennung der Ausbildungsleistung zu erreichen. Auch die Einführung einer Ausbildungsumlage wird gefordert und die Befreiung oder Reduzierung der Sozialversicherungsbeiträge. „Ausbildungsleistung muss mehr Anerkennung finden“, ist Guido Wirtz überzeugt.

Einheitlich mit den Verbänden auf Bundesebene fordert der Verband Rheinland die Anpassung der Kleinstunternehmergrenze. Denn nur noch 70 Prozent der Betriebe im Friseurhandwerk sind umsatzsteuerpflichtig. 30 Prozent führen keine Umsatzsteuer ab, Tendenz steigend, da sie unterhalb der Umsatzgrenze von 22.000 Euro im Jahr liegen. Diesen Kleinstunternehmen, die in der Regel nicht ausbilden, entsteht so ein Preisvorteil, der dem ausbildenden Friseur zusätzliche Belastungen bringt. Ein Ungleichgewicht, welches es von der Politik zu korrigieren gilt, fordert der Verband. Zusätzliche Anliegen im Forderungspapier sind die Problemsituation um Rückzahlungen der Coronahilfen, Mutterschutz für Selbstständige, Sofortmeldungen in der Sozialversicherung auch im Friseurhandwerk und Gleichwertigkeit akademischer und beruflicher Ausbildung.

Gast bei der Tagung war auch Gordon Schnieder, Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags und Vorsitzender der CDU-Fraktion, der in seinem Grußwort auf die aktuellen Rahmenbedingungen einging und Verständnis für die Forderungen des Friseurhandwerks zeigte. Bei der nächsten Tagung Ende Oktober wird die wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Bundestagsfraktion, Julia Klöckner, erwartet.

 

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