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Fluthilfe 2021 - Hilfsangebote für das Handwerk

Auf dieser Sonderseite sammeln wir für die vom Hochwasser betroffenen Betriebe die verschiedensten Hilsangebote und Infos für das Handwerk.

Diese Infosammlung wird ständig erweitert.

Börse für Hilfs-Gesuche und Hilfs-Angebote

Die Kreishandwerkerschaft MEHR hat unter https://fluthilfe.kh-mehr.de/ eine Hilfsbörse eingerichtet, bei der Betriebe, die Hilfe brauchen Einträge erfassen können. Ebenso haben hier Betriebe die Möglichkeit Hilfsangebote zu veröffentlichen.Diese Hilfsbörse ist frei zugänglich und kann auch von Nichtmitgliedern der Innungen im gesamten Kammerbezirk Trier frei genutzt werden.

Infos der HWK Trier

Die Handwerkskammer Trier hat ebenfalls eine Sonderseite erstellt, auf der wichtige Infos für die betroffenen Betriebe gesammelt werden.

Diese Sonderseite finden Sie über diesen Link: https://www.hwk-trier.de/artikel/hochwasserhilfe-handwerk-hilft-54,0,1189.html

Soforthilfe für vom Hochwasser betroffene Betriebe in Rheinland-Pfalz

Das Land Rheinland-Pfalz hat nun auch eine Soforthilfe für vom Hochwasser betroffene Betriebe ermöglicht. 
Alle bisher bekannten Infos finden Sie hier: https://www.rlp.de/de/aktuelles/einzelansicht/news/News/detail/soforthilfe-fuer-vom-hochwasser-betroffene-unternehmen/

UDH-Merkblatt Arbeitsrechtliche Fragen bei Naturkatastrophen

Der UDH hat ein Merkblatt veröffentlicht, welches arbeitsrechtliche Fragen bei Naturkatastrophen behandelt. 
Dieses finden Sie hier zum Download.

Steuerliche Maßnahmen für Hochwassergeschädigte

Das Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz hat steuerliche Hilfsmaßnahmen für Betroffene der Unwetterkatastrophe beschlossen. Dadurch sollen die Geschädigten entlastet und unbillige Härten vermieden werden.

Erleichterungen sind in den nachfolgenden Bereichen vorgesehen:

  • Steuerstundungen
  • Steuervorauszahlungen auf die Einkommensteuer
  • Vollstreckungsmaßnahmen

Auch für Spenden und Spendenaktionen gelten Steuererleichterungen. So genügt unter anderem als Nachweis für Zuwendungen, die bis zum 31. Oktober 2021 zur Hilfe in Katastrophenfällen auf ein für den Katastrophenfall eingerichtetes Sonderkonto eingezahlt werden, der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstitutes.

Welche besonderen Regelungen gelten und was bei Gewerbesteuer, Grundsteuer und dem Verlust von Buchführungsunterlagen zu beachten ist, finden Sie hier.

Quelle: Finanzministerium RLP/ZDH

Info zu Kurzarbeit für betroffene Unternehmen

Das gegenwärtige Hochwasser im Zusammenhang mit den Unwettern gilt im Rahmen des Kurzarbeitergeldes als "unabwendbares Ereignis". Vor diesem Hintergrund können betroffene Betriebe für ihre Beschäftigten Kurzarbeit beantragen.

Bitte beachten Sie, dass auch für Betriebe, die aufgrund des Hochwassers Kurzarbeitergeld anzeigen,
folgende aktuellen Sonderregelungen, die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie bereits im vergangenen Jahr eingeführt wurden, gelten:

  • Es müssen mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein statt wie
    regulär ein Drittel der Beschäftigten.
  • Es müssen keine Minusstunden auf Arbeitszeitkonten aufgebaut werden, um Kurzarbeitergeld in Anspruch zu nehmen.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge, die ansonsten allein vom Arbeitgeber zu tragen sind, können
    vollständig erstattet werden (von Oktober bis Ende Dezember zu 50 Prozent).
  • Auch für Beschäftigte in der Zeitarbeit kann Kurzarbeitergeld bezogen werden.

Diese Regelungen gelten bis zum 30. September 2021.

Folgende Fallkonstellationen für den Bezug für Kurzarbeitergeld sind laut Bundesagentur für Arbeit angesichts der Hochwasserereignisse denkbar:

Beschäftigte im Betrieb beziehen bereits Kurzarbeitergeld

Der Betrieb befindet sich bereits aus wirtschaftlichen Gründen in Kurzarbeit. Ist der Betrieb nun unmittelbar vom Hochwasser z. B. durch Überflutung betroffen und soll die Kurzarbeit deswegen ausgeweitet werden, so muss die Ausweitung der Kurzarbeit schriftlich mitgeteilt und begründet werden. Eine neue formale Anzeige auf Kurzarbeit ist in diesem Fall nicht erforderlich. Die bereits angezeigte Kurzarbeit kann aufgrund des unabwendbaren Ereignisses ausgeweitet werden, ohne dass es einer Änderung der bisherigen Anerkennungsentscheidung bedarf.

Wenn die Verlängerung der Kurzarbeit erforderlich ist, muss dies bei der Agentur für Arbeit unter Nutzung des Vordrucks angezeigt und die Verlängerungsanzeige von der Bundesagentur für Arbeit geprüft werden.

Betrieb ist unmittelbar vom Hochwasser betroffen, war aber bisher nicht in Kurzarbeit

Ist der Betrieb unmittelbar vom Hochwasser z. B. durch Überflutung betroffen, so kann Kurzarbeit auf Basis eines unabwendbaren Ereignisses angezeigt werden. Die Kurzarbeit muss unter Nutzung des Vordrucks bei der Agentur für Arbeit neu angezeigt werden. Bei einem unabwendbaren Ereignis gilt die Anzeige für den entsprechenden Kalendermonat als erstattet, wenn sie unverzüglich erstattet worden ist. Der Kurzarbeitergeldbezug ist auf längstens 12 Monate beschränkt.

Betrieb ist aufgrund der Überflutung eines Zulieferbetriebes mittelbar betroffen

Wenn der Betrieb lediglich mittelbar vom Hochwasser z. B. durch die Überflutung eines Zulieferbetriebes betroffen ist, so kann der mittelbar betroffene Betrieb Kurzarbeit nur aus wirtschaftlichen Gründen anzeigen. Die Kurzarbeit muss unter Nutzung des Vordrucks neu angezeigt werden. Kurzarbeitergeld wird frühestens von dem Kalendermonat an geleistet, in dem die Anzeige über den Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit eingegangen ist. Der Kurzarbeitergeldbezug ist auf längstens 12 Monate beschränkt.

Betrieb ist nicht betroffen, aber Teile der Beschäftigten sind vom Hochwasser betroffen (z. B. durch Hauseinsturz)

Die Ursachen für den Arbeitsausfall im Betrieb müssen in den wirtschaftlichen Verhältnissen oder aufgrund der unmittelbaren Betroffenheit von einem unabwendbaren Ereignis begründet sein. Es ist demnach nicht möglich, Kurzarbeit für Beschäftigte anzuzeigen, die ausschließlich persönlich von dem Hochwasser betroffen sind, sofern der Betrieb nicht ebenfalls aus einem der unter 1. bis 3. genannten Gründe betroffen ist. In diesen Fällen müssen dienstliche Vereinbarungen, wie z. B. Urlaub, Freizeitausgleich oder Freistellung, getroffen werden. Auch ein bereits anerkannter Arbeitsausfall im Betrieb (Nr. 1) kann nicht aufgrund der ausschließlich persönlichen Betroffenheit von Beschäftigten ausgeweitet werden.

Informationen für Unternehmen rund um den Bezug von Kurzarbeitergeld sowie die Möglichkeiten zur Anzeige finden Sie auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit: https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-kurzarbeit/ .

Infektionsgefahr nach dem Hochwasser – Infektionen vermeiden!

Nach dem Hochwasser besteht bei den Aufräumarbeiten für alle Helfer und Einwohner in den Überschwemmungsgebieten ein erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten. Das Robert Koch-Institut hat zur Vermeidung von Infektionen folgende Empfehlungen herausgegeben: Infektionsrisiken in Überschwemmungsgebieten

Hochwasser-Helfer sind versichert

Viele freiwillige und hauptberufliche Helfer sind derzeit unterwegs, um den Menschen in diesen Hochwasser-Katastrophengebieten bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Dieser Einsatz ist nicht ungefährlich, deshalb ist es gut, dass alle Helfer und Helferinnen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen.

Der Versicherungsschutz gilt für alle Personen, die im Interesse der Allgemeinheit tätig sind. Das betrifft:

  • Hauptamtlich Beschäftigte wie Sanitäter, Polizisten oder Ärzte
  • ehrenamtlich Tätige im Hilfswesen und im Zivilschutz, wie z.B. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren oder Helfer des Roten Kreuzes
  • Menschen, die ehrenamtlich tätig sind im Dienst von Bund, Ländern, Gemeinden und anderen öffentlich-rechtlichen Institutionen
  • alle Personen, die bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not Hilfe leisten oder einen anderen aus erheblicher Gefahr für seine Gesundheit retten. Dazu zählt auch der Einsatz bei Naturkatastrophen.

Erleidet ein Helfer beim Einsatz einen Unfall, ist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UK RLP) für die weitere Heilbehandlung und etwaige Folgekosten zuständig.

Nähere Informationen hierzu finden Sie im entsprechenden Merkblatt der UK RLP sowie auf der Internetseite der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

Hinweise zu Aufräumarbeiten – Unbedingt beachten!

Nach dem Hochwasser kehren viele Bewohner in ihre Häuser zurück. Ebenso helfen viele Menschen  bei den Aufräumarbeiten. Sei es, dass diese helfen ihren Betrieb aufzuräumen oder in Nachbarschaftshilfe den Betroffenen zu helfen.
Was ist dabei zu beachten? Dazu einige Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die diese in ihrem Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen veröffentlichen:

  • Entfernen Sie Wasserreste und Schlamm, pumpen Sie betroffene Räume erst leer, wenn das Hochwasser abgeflossen und der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Bodenwanne des Gebäudes beschädigt wird. Achten Sie auf die Informationen Ihrer Gemeinde.
  • Entfernen oder öffnen Sie zur Kontrolle Fußbodenbeläge und Verkleidungen. Trocknen Sie betroffene Bereiche schnellstmöglich, um Bauschäden, Schimmelpilzbefall oder anderem Schädlingsbefall entgegen zu wirken. Heizgeräte können den Trocknungsvorgang unterstützen, sie können evtl. ausgeliehen oder gemietet werden.
  • Lassen Sie beschädigte Bausubstanz überprüfen (Statik).
  • Nehmen Sie elektrische Geräte und Anlagen erst nach Überprüfung durch den Fachmann wieder in Betrieb. Lassen Sie Heizöltanks auf Schäden überprüfen.
  • Bei Freisetzung von Schadstoffen, wie z. B. Pflanzenschutzmitteln, Farben, Lacken, Reinigern oder Heizöl, verständigen Sie die Feuerwehr. Entsorgung ist gegebenenfalls über Fachfirmen erforderlich. Benutzen Sie Ölbindemittel nur in Absprache mit der Feuerwehr.
  • Räume, in denen gearbeitet wird, sollten Sie stets gut belüftet halten. Bei freigesetzten Schadstoffen nicht rauchen und offenes Feuer vermeiden.
  • Entsorgen Sie verunreinigte Möbel und Lebensmittel sachgerecht.
  • Obst, Gemüse oder Salat aus überschwemmten Gebieten nicht verzehren. Verständigen Sie bei mit Schadstoffen (z. B. Öl) verunreinigten Gärten oder Feldern das Landratsamt oder das Amt für Landwirtschaft.
  • Nach dem Rückgang des Hochwassers kann es zum verstärkten Auftreten von Schädlingen wie z. B. Stechmücken kommen. Insektenschutzmittel sollten daher bevorratet sein oder kurzfristig beschafft werden.
  • Holen Sie sich - falls erforderlich - Rat auch bei den zuständigen Behörden Ihrer Gemeinde und Ihrer Feuerwehr.

Versicherungsrecht

Auf was ist zu achten, wenn erste Sanierungsmaßnahmen anstehen?

Überprüfung des Versicherungsschutzes

Zunächst sollten Betroffene prüfen, ob in den Versicherungspolicen die Absicherung der weiteren Naturgefahren, oder auch Elementargefahren genannt, versichert sind. Liegt der Schutz nicht vor, so kann die Sanierung frei nach dem Willen des Kunden geschehen.

Ist im Versicherungsschein der Schutz gegen Elementargefahren auffindbar, so braucht es einen detaillierten Blick, ob Starkregen, Überschwemmung oder Ausuferung oberirdischer Gewässer enthalten sind. Liegt dies vor, übernimmt die Versicherung die anfallenden Sanierungsmaßnahmen, um den Zustand vor der Überschwemmung herzustellen. Die Leistungen sehen wie folgt aus:

  • Reparaturen im und am Haus sowie den Nebengebäuden
  • Trockenlegung und Sanierung des Gebäudes
  • Abriss des Gebäudes, wenn notwendig
  • Konstruktion und den Bau eines gleichwertigen Hauses bzw. Wiederherstellung in gleicher Art und Güte

Der Schaden muss, sofern noch nicht geschehen, umgehend der Versicherung gemeldet werden.Dies kann über den Versicherungsberater oder direkt bei der Versicherungsgesellschaft erfolgen. In der Wahl des Medium ist der Versicherungsnehmer frei: Viele Versicherer haben spezielle Hotlines eingerichtet, jedoch ist auch die Meldung über E-Mail oder Fax völlig ausreichend. Optimalerweise werden direkt Bilder des Schadens, sowie der Schadentag und die Ursache mitgesendet.

Über folgenden Link finden Sie die Kontaktdaten und Schadenshotlines aller in Deutschland zugelassenen Versicherungen:

https://www.gdv.de/de/ueber-uns/unsere-mitglieder/versicherungsunternehmen?letter=A#charlist

Einleitung der Erstmaßnahmen

Jeder Versicherungsnehmer ist im Rahmen der Möglichkeit zu einer Schadensminderungspflicht verpflichtet. Im konkreten Fall kann, wenn der Wasserspiegel es zulässt und die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind, mit einer Trocknung begonnen werden. Ob Wände getrocknet werden können oder ein Austausch von Nöten ist, muss ggf. entschieden werden.

Trocknungsmaßnahmen und damit schadenmindernde Maßnahmen können sofort eingeleitet werden, ohne das eine Freigabe des Versicherers vorliegt.

Reparaturmaßnahen am Gebäude

Die Versicherungsgesellschaften werden in der Regel einen Gutachter verständigen, der den Schaden genauer betrachtet. Um parallel tätig zu werden und letzten Endes eine schnellere Freigabe der Versicherung für die Sanierungsmaßnahmen zu erhalten, ist es notwendig, die Kostenvoranschläge für die notwendigen Sanierungen bei der Versicherung einzureichen. Dabei sollten die anfallenden Maßnahmen gut dokumentiert werden.

Auf Grund der Vielzahl der Hochwasserschäden kann die Freigabe eines Kostenvoranschlages mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Einige Versicherer haben jedoch bereits Eilmeldungen versendet, indem Sie eine sofortige Reparatur bis zu einer Schadenshöhe von 5.000 €, ohne Prüfung des Kostenvoranschlages freigeben. Allerdings wird diese Grenze in Anbetracht der Zerstörung kaum einzuhalten sein.

 

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